Weingut Heymann-Löwenstein Riesling Winningen Uhlen L „Laubach“, 2008

Weingut Heymann-Löwenstein Riesling Winningen Uhlen L „Laubach“, 2008

Heymann-Löwenstein L, 2008 (1 von 1)Erst nach zwei Stunden in der Karaffe hatte sich der Wein geöffnet und zeigte seinen momentanen Entwicklungszustand an. Vor zwei Jahren verkosteten wir ihn im Rahmen unserer 2008er-Riesling-Probe und notierten folgenden Eindruck:

Recht verschlossene, indifferente Nase nach hochreifen Steinfrüchten, Botrytis, Zuckerguss und erdiger Mineralik. Mittlerer bis kräftiger Körper am Gaumen, aber insgesamt noch in guter Balance, reife Steinfrüchte, vor allem Marille und Aprikose, deutliche Restsüße, bitterer Abrieb von der Orange, erneut Botrytis, gute Tiefe, lang. 2015 bis 2020, 89–90+ Punkte

Heute war mein erster Gedanke ganz anders: „weit entwickelt, deutliche Reifearomen im Bukett“. Dieser Eindruck wurde nach der Dekantierzeit etwas vermindert, aber verflog auch nicht vollständig. Am Gaumen trat die noch immer jugendliche, typisch agile 2008er-Säure diesem Eindruck noch stärker entgegen, aber eine (etwas zu weit fortgeschrittene) Reifearomatik blieb und so wirkte der Wein schlussendlich nicht vollständig harmonisch. Aber nochmal von Beginn an…

Leicht verwaschenes Bukett nach glacierten Stein- und Kernfrüchten, Reifenoten, kalter Bratapfel, ein Hauch Kartoffelschalen, erdig-kräuterige Mineralität, nicht vollständig überzeugend. Am Gaumen besser, dank seines saftigen Fruchtspiels, das mich über den gesamten Verlauf begleitet, ebenso zeigen sich aber auch fortlaufend Reifenoten, heute noch nicht störend, aber dies gilt für mich als Freund gereifter Rieslinge, Jungweinfreunde werden sich hier schon daran stören. Unangenehm zeigt sich die Botrytis anhand bitterer Töne, im Hintergrund Abrieb von tropischen Früchten, die Säure herrlich agil, feinsinnig, bestens mit der Frucht integriert, wirkt auch reif, typisch 2008. Die Mineralität tritt etwas zurück, insgesamt präsentiert sich der Laubach am Gaumen mit mittlerer Tiefe, mit gutem Zug und gutem Nachhall. Insgesamt immer noch sehr gut, aber eine weitere Verbesserung traue ich ihm nicht zu. Das vor zwei Jahren prognostizierte Trinkfenster halte ich heute für etwas optiministisch und korrigiere es deutlich.

Vom Weingut, ca. 28 Euro, 88 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2018

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