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Autor: Rainer Kaltenecker

Domaine Hubert Lignier Morey-St.-Denis 1er Cru Vieilles Vignes, 1993

Domaine Hubert Lignier Morey-St.-Denis 1er Cru Vieilles Vignes, 1993

Der Vielles Vignes zählt zu den Spitzenweinen der Domaine, stammt von bis zu 100-jährigen Rebstöcken gewachsen auf den besten Parzellen und erreicht in guten Jahren Grand Cru-Qualität. Entsprechend sind auch die Preise gesalzen. 1993 zählt zu den besten Jahrgängen der Dekade und die Weine trinken sich auch nach über 20 Jahren immer noch jugendlich frisch. Dies gilt auch für diesen Burgunder.

In der Nase druckvoll, viel Würze, Speck, satte rote Beerenfrucht, steinwürzige Mineralität, dunkle Röstaromen vom Faßausbau, wirkt noch kompakt, aber verströmt unmittelbar Klasse. Am Gaumen dicht gewoben, intensive rote Frucht, viel Johannisbeeren und Sauerkirschen, die Säure präsentiert sich bestens eingebunden, sehr lebendig und frisch, auch hier fallen die deutlichen Röstaromen vom Barrique auf, viel Rauch, Speck, ohne jedoch die Frucht zu überlagern, reifes, strukturgebendes Tanningerüst, straffer Verlauf, sehr langer komplexer Nachhall. Der Wein ist jetzt herrlich zu trinken, wenn er sein Holz noch weiter abbaut, könnte er in 5-10 Jahren sogar noch besser sein. Trotz seiner Konzentration wirkt er leichtfüssig und elegant, angenehm niedriger Alkohol mit 12,5%. Der Wein wird seinen Ruf absolut gerecht – er kratzt an Grand Cru-Qualität.

Von einer Auktion, 156 Euro, 93 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2033

Weingut Bassermann-Jordan Riesling trocken Deidesheim Kalkofen Erste Lage, 2007

Weingut Bassermann-Jordan Riesling trocken Deidesheim Kalkofen Erste Lage, 2007

Den Jahrgang 2007 haben wir auf diesem Blog bereits öfters besprochen. Auf einer Probe vor gut zwei Jahren viel der Kalkofen durch. Heute habe ich den Wein erneut im Glas und es zeigt sich, dass wir damals eine schlechte Flasche erwischt hatten, denn der Wein ist durchweg ausgezeichnet.

In der ruhigen und gewogenen Nase zeigt sich eine feine Kräuterwürze, gelbe Früchte gebettet auf einer steinwürzigen Mineralität, herrlich frisch, keinerlei Reifenoten. Am Gaumen ein konzentrierter Riesling mit Biss geprägt von einer lebhaften Säure und seinem festen mineralischen Fundament. Die Frucht wirkt saftig, mit der üblichen pfälzer Opulenz, viel frisch aufgeschnittene gelben Früchte, ein Hauch ins tropische gehend. Die herben, frischen Kräuter spielen einen gelungenen Gegenpart, dazu die typisch salz-würzige Mineralität des Kalkofen aufgrund seines Kalkfundaments, die Säure reif und zeigt über den gesamten Verlauf Spannung und sorgt für Trinkfreude, sehr langer und nuacierte Nachhall. Ein ausgezeichneter Riesling, der nun nach neun Jahren seine Herkunft deutlich zeigt und noch viele Jahre mit Vergnügen getrunken werden kann.

Vom Weingut, 25 Euro, 92 Punke (ausgezeichnet), jetzt bis 2022

Weingut Koehler-Ruprecht Scheurebe Auslese Kallstadter, 2009

Weingut Koehler-Ruprecht Scheurebe Auslese Kallstadter, 2009

Bei vielen KR-Weine hat man beim Schnuppern das Gefühl im Keller des Weingutes zu stehen. Im ungünstigen Fall muffen die Weine nach dem Aufziehen nach Keller und Most und wenn es gut läuft, werden die Fruchtaromen von einer Mischung aus Gewürz- und Röstaromen durchzogen wie ich sie nur hier kenne. Die Lagerung in den alten Holzfässern ist immer präsent und verleiht den Weinen eine eigene Note. Die R und RR-Rieslinge gehören ganz sich zu den besten Weißweinen in Deutschland, wer einen 90er, 96er oder 2004er einmal verkostete, weiß wovon ich rede. Weniger bekannt sind die restsüßen Weine und schon gar nicht die Scheurebe aus dem Steinacker. Aber auch die „echten“ Spät- und Auslen genießen eine lange Tradition und können ebenfalls ausgezeichnet sein. (Echt im Sinne, dass Prädikatsweine m.E. restüß ausgebaut sein sollten, dem gerade dieses Weingut nicht zustimmt.). Hier geht es um seine Scheurebe aus 2009, die sich jugendlich und noch nicht ganz harmonisch präsentiert. Seine Entwicklung bleibt abzuwarten und könnte durchaus erfreulich verlaufen.

Zunächst denke ich – ha, typisch 2009, dem Wein fehlt es an Säure. Aber mit ein wenig Zeit im Glas entwickelt er mehr Frische, ohne packend zu werden, eine ruhige Auslese. Dies gilt nur für das strukturelle Mundgefühl, armotisch kann ich mich über fehlende Spannung nicht beklagen, hier bietet er eine Mischung aus den Merkmalen der Rebsorte und den Eigenarten des Weingutes und dies macht den Wein dann so spannend, daß man den Wein selbst als vollkommen verzogener Rieslingfan gerne genießt. Solide kommt mir in Sinn und doch eigen.

Duftet nach Heu, floralen Noten, röstiger Würze und kandierten Orangenscheiben, die ganze Frucht geht in Richtung Zitrusfrüchte. Am Gaumen weniger süß als erwartet, viel Zitrusfrüchte, ohne zitronig zu sein, eher kandierte Orangen, dazu eine Spur Altholznoten, getrocknete Gräser und Kräuter, danke der moderaten Säure hält das sanfte Säurespiel dagegen und ist harmonisch, wenngleich etwas ruhig. Als Begleiter zum nicht zu gereiften Brie oder Ziegenkäse ausgezeichnet geeignet. Diese Scheurebe vermeidet jede Schülstigkeit, sondern darf trotz ihrer Kraft (immerhin 9,5% Vol.) als ausgewogen bezeichnet werden. Insgesamt eine sehr gute Auslese, die sich auf dem Niveau noch länger befinden wird und vielleicht noch besser wird, aber hier fehlt es mir an Erfahrung. Ich meine den Wein in einem günsten Trinkfenster geöffnet zu haben. Gutes PLV. Offen verkostet. Empfehlung 30 Minuten dekantieren. 10-12 Grad Trinktemparatur. Am besten zu Käse.

Vom Weingut, 14 Euro, 87 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2020

Weingut Emrich-Schönleber Riesling trocken Monzinger Halenberg Großes Gewächs, 2009

Weingut Emrich-Schönleber Riesling trocken Monzinger Halenberg Großes Gewächs, 2009

Was könnte der anspruchsvolle Riesling-Liebhaber unter dem Weihnachtsbaum genießen? Eine Empfehlung von mir ist der 2009er-Halenberg von Schönleber, der sich jetzt in einem interessanten Reifestadium befindet. Zum einen ist es ein immer noch ein jugendlicher und somit spannungsgeladener Riesling, der sich aber nun nach sieben Jahren Flaschenreife öffnet und entspannt und so präsentiert er die typisch komplexe Halenberg-Aromatik. 30 Minuten in der Karaffe tun gut.

Das Bukett wird dominiert von diversen Kräutern, Kaffee, Rauch, röstigen Noten und einer reifen Pampelmuse, dahinter feines Spiel von einer steinwürzigen Mineralität, erste Zeichen von Entspannung und angehender Reife, jedoch ohne jeden Petrolton. Am Gaumen saftig, straff und klar. Im Antrunk Pfirsiche und gelbe Grapefruit, darin verwoben intensive Kräuternoten, die Säure straff bestens eingebunden, guter Zug am Gaumen, die Mineralität salzig, röstige Noten, phenolische Anklänge (hier positiv gemeint), der Wein erhält dadurch Gripp am Gaumen, ohne jedoch bitter zu wirken, sondern es gelingt ein ansprechendes Spiel aus reifer Frucht und herben Noten von der Mineralität und den Kräutern, etwas Tabak, sehr langer und verspielter Nachhall. Der Wein ist jetzt herrlich zu trinken und bietet auch nach dem dritten Glas immer wieder neue Nuancen. Wer nur eine Flasche hat sollte noch zwei Jahre abwarten, bei höheren Beständen Korken raus und genießen.

Vom Weingut, 31 Euro, 93 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2025

Weingut Leitz Riesling Spätlese trocken Rüdesheimer Berg Rottland, 2002

Weingut Leitz Riesling Spätlese trocken Rüdesheimer Berg Rottland, 2002

leitz-rottland-2002-1-von-1Mein lieber Weinfreund Norbert K. brachte mir dankenswerterweise zu einer Probe als Geschenk diesen Riesling mit. Ich habe mich sehr darüber gefreut, denn ich habe kaum Erfahrung beim Reifeverlauf der Leitz-Weine, wobei mir die grundsätzliche Typizität der Weine aus dieser Dekade bekannt ist. Die Voraussetzungen sind gut, denn 2002 zeigte sich bei diversen Verkostungen als entwicklungsfähiger Jahrgang. Es gibt noch viele Weine, die sich jetzt aromatisch und strukturell voll entfaltet zeigen und sich entsprechend mit Freude genießen lassen. Manche Weine scheinen dabei noch weiteres Potential zu haben.

Der Leitz zeigt sich gemäß meiner Erfahrung ganz typisch für den in diesem Weingut gepflegten Rieslingstil und ein wenig als Antipode zum Weingut Breuer. Die Weine sind kraftvoll, füllig, mit cremiger Textur, zeigen Aromen, die auf Botrytis schließen, insgesamt ein eher kraftvoller Stil, den ich blind eher an den Roten Hang (auch aromatisch) stecken würde, als dass mir die Rüdesheimer Lagen in den Sinn kämen. Aber ich bin auch eher die Weine von Georg Breuer gewohnt. Das soll jetzt alles ohne Wertung daherkommen. Ein weiterer Beleg von der schieren Vielfalt des Rieslings. Heute hat das Haus seinen Stil teilweise geändert, es ist also auch ein Blick zurück in vergangene Zeiten.

Das Bukett ausdrucksstark nach reifen gelben Früchten, tropischer Herkunft, dazu geröstete Mandeln, Créme Brûlée, Kandiszucker und Honignoten, eine gereifte, tiefe und geöffnete Rieslingnase ohne störende Altersnoten – der Wein war gut gelagert. Am Gaumen kraftvoll. Ich bin froh, dass ich die trockene Spätlese probiere, wenn ich richtig liege, soll es auch noch eine trockene Auslese aus dem Jahr geben. Für mein Dafürhalten ist die Kraft der Spätlese schon ausreichend, wenn nicht gar drückend, muss man schön mögen. Diese Dichte wird aber von der feinen, agilen 2002er-Säure ausgeglichen und so ist der Verlauf durchaus als agil und frisch zu bezeichnen. Aromatisch setzt sich der Eindruck vom Bukett konsequent fort, viel tropische Früchte, cremige Textur, noch vollkommen intakte und vitale Struktur, viel Druck am Gaumen, recht fordernd, tabakige Mineralität, durchaus ein Genuß, wenngleich spätestens das dritte Glas ein wenig anstrengen wird, eher ein Riesling für eine Verkostung, als ein Solist für den Abend, auch zum Essen kann ich ihn mir gut vorstellen. Alles im allem ein sehr gut gereifter trockener Riesling, der Tiefe und Komplexität anzeigt, dem es für mein Dafürhalten vielleicht etwas an Spiel, Eleganz und Transparenz mangelt, aber der dafür mit seiner Wucht und aromatischen Expressivität gefallen kann. Langer Nachhall.

Als Geschenk erhalten, Preis unbekannt, 90 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2018

 

Keller Westhofener Brunnenhäuschen »Abtserde« Großes Gewächs, 2014

Keller Westhofener Brunnenhäuschen »Abtserde« Großes Gewächs, 2014

Die Keller Abtserde aus dem Jahrgang 2014 hat mich bereits direkt nach der Abfüllung begeistert. Und auch ein Jahr danach ist sie in einem betörendem Jungweinstadium, wenngleich sie vermutlich mindestens zehn Jahre von der ersten Trinkreife entfernt ist.

Dieser Riesling duftet am ehesten wie ein Chablis, der kein Barrique gesehen hat. Ich schnuppere an blankem Kalkstein, grün-vegetabile Noten im positiven Sinne, Erbsen, weißer Rauch, ein Hauch Nüsse, Abrieb von Zitrone, Limettenblätter, natürlich null Botrytis, sehr eng und fokussiert, die Kraft juckt in der Nase. Am Gaumen typisch Abtserde, konzentriert, und trotzdem zeigt sich die ganze Feinheit dieser Lage. Betont trocken, ich tippe auf 2-3 Gramm Restzucker. Glasklare Aromatik, unreife Zitrusfrüchte, erneut Limettenankläge, Schalen von grünen Äpfeln, deutlich Kalkstein, Salzkristalle, dazu Lakritz und eine Meeresbrise. Das erinnert an Jod, es verbietet sich jeder Fruchtcharme. Die Säure sitzt auf dem Punkt, pikant, feinporig, sie zieht fordernd über den Gaumen. Der Wein vibriert über den gesamten Verlauf, er ist natürlich noch ein Baby und begeistert mich mit seiner eng gefassten Art.

Über den Sinn und Unsinn, einen solchen Langläufer jetzt zu öffen, kann man wirklich trefflich streiten. Aber das haptische Mundgefühl in diesem Stadium ist die Sünde wert. Es brizzelt, zieht und schmerzt fast. Dabei wird in jedem Moment deutlich, einen großen Riesling genießen zu dürfen. Ich bin dankbar für die verbleibenden Flaschen im Keller. Für deutschen Riesling ist die Abtserde mitterweile teuer, im Vergleich zu den Spitzenweinen aus Frankreich aber immer noch ein Schnäppchen. Wer ein paar Flaschen im Keller hat, ich kann nur empfehlen, eine davon jetzt schon über drei, vier Tage hinweg zu genießen.

Vom Weingut, 65 Euro, 96+/100 (groß), ab 2024

Emrich-Schönleber Auf der Lay (A.de.L.) Riesling Großes Gewächs, 2009

Emrich-Schönleber Auf der Lay (A.de.L.) Riesling Großes Gewächs, 2009

Vor kurzem hatte ich den Emrich-Schönleber Riesling Auf der Lay Jahrgang 2011 vorgestellt. Jetzt will es der Zufall, dass… Okay, von wegen Zufall. Ich habe den Wein selbst als Begrüßungsschluck für eine hochwertige Bordeaux-Probe (wir werden berichten) ausgewählt und genehmige mir nun am Vorabend einen ersten Schluck aus der Magnum. Und davon will ich kurz berichten:

Der Emrich-Schönleber Auf der Lay duftet nach dem Aufziehen eher wie in großer Burgunder als ein Riesling – kaum Frucht, dafür Struktur und Festigkeit ohne Ende, harter Kalkstein, kühl, phenolische Noten. Dazu kommen Kräuter und Gewürze, weißer Rauch, mit der Zeit Abrieb von der gelben Grapefruit. Am Gaumen fest, knochentrocken, die Mineralität beißt sofort in den Gaumen und zieht über den Gaumen, dass mir die Ohren schlackern. Meine Güte, was für ein Riesling. Auch hier phenolische Noten, Gerbstoffe rauen den Gaumen auf, noch ein wenig unwirsch, felsenfester, mineralischer Kern. Im mittleren Bereich zeigt sich etwas Frucht, erinnert erneut an Grapefruit und jugendliche Steinfrüchte. Der Wein ist noch ein Baby, die Säure ist straff, dazu kommt die salzige Mineralität. Der Wein regt beim Trinken den Speichelfluss an, fächert im Glas immer weiter auf und zeigt im sehr langen Nachhall sein ganzes Potential, ungemein komplex, straff und trotzdem kein lauter Riesling.

Der Wein genügt, für mein Dafürhalten, höchsten Ansprüchen und würde keinem Montrachet Schande bereiten. Der Emrich-Schönleber Auf der Lay 2009 ist ganz großes Rieslingkino, das schon jetzt ein Hochgenuss ist, aber vermutlich erst in zehn Jahren seinen Höhepunkt erreichen wird.

Von der Versteigerung, 145 Euro (Magnum), 96-97+/100 (groß), jetzt bis 2030

Weingut Emrich-Schönleber Auf der Lay (A.de.L.) Riesling Großes Gewächs, 2011

Weingut Emrich-Schönleber Auf der Lay (A.de.L.) Riesling Großes Gewächs, 2011

Emrich-Schönleber Auf der LaySpätestens mit vier Jahren Flaschenreife versuchen wir, einen Riesling-Jahrgang in der Breite erneut zu verkosten. So verkosteten wir gut 40 Große Gewächse des Jahrganges 2011 in aller Ruhe. Als Probenleiter wollte ich mich adäquat vorbereiten und zog am Vorabend eine Magnum des Emrich-Schönleber Auf der Lay, Jahrgang 2011, auf.

Im Bukett finde ich einen hochfeinen Rieslingduft wieder, eher verhalten als laut – gut so. Der erste Eindruck bietet eine schöne Harmonie mit steinwürziger Mineralität und cremiger Grapefruit, dazu diverse Kräuter. Leise, gewogen, harmonisch, klar wie ein Gebirgsbach, null Reifearomen oder Botrytis. Am Gaumen mit festem Kern und Dichte, herrlich trockene Stilistik. Bereits der fehlende Restzucker verleiht dem Riesling viel Frische, besonders in einem warmen Jahr wie 2011. Im Auftakt fällt die für den Halenberg übliche herbe Fruchtkomponente auf, viel kandierte Grapefruit, reife Stein- und Kernfrüchte. Dazu kommt eine wilde, doch gezähmt wirkende Kräuterwürze. Direkt nach dem Auftakt greift eine steinwürzige Mineralität ins Geschehen ein. Hinzu kommt eine gewisse Cremigkeit im Verlauf, was mich bei einem derart trockenen Riesling erstaunt. Das passt aber gut und sorgt für viel Trinkfluss. An der Säure erkennt man den Jahrgang, schönes Spiel, aber mild im Hintergrund wirkend. Auch dies sorgt für den tollen Trinkfluss.

Der Emrich-Schönleber Auf der Lay läuft bereits heute sehr harmonisch, bei aller Jugendlichkeit, über den Gaumen und weiß sehr zu gefallen. Was ihm fehlt, ist die Straffheit und die Konsequenz des Jahrganges 2008. So fehlt ihm der mineralische, steinwürzige Kick im Nachhall. Das mag man kritisieren, bleibt aber auch Geschmacksache. Der 2011er zeigt dafür einen zart cremigen Schmelz auf, der sicherlich auch zu gefallen weiß. Sehr langer und facettenreicher Nachhall. In der Summe ein ausgezeichneter Riesling, der vermutlich zur Spitze des Jahrgangs zu zählen ist und noch Potenzial zur Verbesserung zeigt.

Von der Versteigerung, ca. 145 Euro, 92+ Punkte ausgezeichnet, 2021-2035

[02. März 2016]

Der A.de.L wird von Tag zu Tag besser. Am vierten Tag tritt seine mineralische Kraft immer stärker hervor. Mittlerweile richtig Zug am Gaumen, den Mund wässender Verlauf, sehr langer und packender Nachhall, da flacht nichts mehr ab. Ich bin jetzt schon bei 93-94+ Punkten, mal sehen, was da noch kommt. Wer den Wein schon trinken möchte, unbedingt ein bis zwei Tage vorher den Korken ziehen. Und nicht zu kalt genießen.

VDP-Versteigerung, 160 Euro für die Magnum, 93-94+ Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2031