Ökonomierat Rebholz Riesling „Vom Muschelkalk“ Spätlese trocken, 2007

Ökonomierat Rebholz Riesling „Vom Muschelkalk“ Spätlese trocken, 2007

Rebholz macht es seinem Publikum nicht leicht. Oftmals in der Jugend zugenagelt, ohne jede Freundlichkeit und Charme muss man sich seine Großen Gewächse in den Keller legen – alleine die Hoffnung und die Erfahrungen der vergangenen Jahre lassen die Investition rechtfertigen. Neben den Großen Gewächsen kaufe ich, als einer der wenigen Winzer, auch regelmäßige mehrerer Flaschen seiner trockenen Spätlesen von unterschiedlichen Böden. Nach 2-5 Jahren zeigen sich diese oftmal derart geschmacksschön und vielschichtig, dass sie sich hinter einem GG nicht verstecken müssen. So auch hier…

Die Nase macht unmittelbar deutlich, wie sehr dieser Wein in der Klasse eines Großen Gewächs spielend mithalten kann. Packende, tiefe und animierende Rieslingnase mit Schwerpunkt auf Mineralik und Würze. Weiße Pfirsiche, Zitronenzesten und saftige Orangen bieten die Frische und werden ummantelt von der beherrschenden Mineralik nach Kreidestaub und Basalttönen. Einfach großartig. Und haltet mich verrückt, aber im Hintergrund eine Ahnung von animalische Noten (erinnert an Wildschwein) eingelegt in Petersilie – nein, ich habe nicht in der Küche verkostet.

Deutlich mittelkräftiger Körper im Antrunk, sehr saftig und mit fein-lebendiger Säure. Wildkräuter, recht wilde Mischung, lassen uns aufhorchen, ausgezeichentes mineralisches Fundament, saftige Kern- und Steinobstaromen kompletierern seine Tiefe. Animierende Verlauf, der Wein macht über den gesamten Verlauf große Freude, er hat Spannung, ja großen Zug am Gaumen, bietet trotzdem ein stimmiges Gesamtbild. Noch sehr jugendlich, ein wenig Gerbstoffe reizen die Zungenflanken, was ich aber jetzt und hier sehr schätze. Mittellanger, aber erneut packender und vielschichtiger Nachhall. Einer der besten Spätlesen, die ich bisher im Glas hatte. Wird sich spielend noch viele Jahre halten und könnte gar noch zulegen. Von der Flasche ins Glas, am zweiten Tag nochmal zwei Punkte besser.

Vom Weingut, 17 Euro, 91+ Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2017