Johannishof Riesling Johannisberger Klaus Spätlese, 2006

Johannishof Riesling Johannisberger Klaus Spätlese, 2006

Überaus verhaltene, auch durch ausgiebiges Lüften nur mit mäßigem Erfolg aus den Tiefen des Glases zu lockende Nase nach Zitruszesten, ein wenig Kräuter, Ananas; hinzu gesellt sich ein etwas seltsamer Duft, der von meinem significant other zielsicher als „Fass-Sauerkraut“ identifiert wurde. Im Mund süßliche, kandierte Ananas, etwas Kokos, verhalten herbe Kräuter. Die Säure ist saftig, zugleich wirkt der Wein durchaus feminin. Moderate Tiefe. Auch am Gaumen klingt der Wein sanft und eher mit feinen, an Ananas erinnernden Fruchttönen aus, er zeigt hier kurz vor dem Abgesang ins Nirvana noch etwas Gerbstoff und ist dann: weg. Wirklich schade. Der Anssatz gefiel mir. Insbesondere aber am Gaumen bietet der Wein wirklich nicht viel Substanz.

Ich hätte ihn wohl jünger trinken sollen. Denn in seiner Jugend hatte ich mir doch mehr von ihm besprochen, sonst hätte er nie den Weg aus dem Weintempel in meinen Weintempelkeller gefunden…

Über drei Tage probiert, am ersten Abend eine Stunde lang belüftet.

Ab Hof gekauft, 13 Euro, 82 Punkte (gut), jetzt bis 2011.