Riesling Große Gewächse 2008 – Eine Bestandsaufnahme nach fünf Jahren Flaschenreife

Riesling Große Gewächse 2008 – Eine Bestandsaufnahme nach fünf Jahren Flaschenreife

Um die Reifeentwicklung trockener Spitzenrieslinge zu verstehen, muss man sie in ihrer Entwicklung regelmäßig und dauerhaft begleiten. Für die  deutschen Vertreter trifft dies aus zweierlei Gründen im besonderen Maße zu.

Zum einen haben wir es mit einer relativ neuen Entwicklung zu tun. Erst ab dem Jahrgang 2001 versuchen sich wieder eine Vielzahl an Winzer daran einen besonders hochwertigen trockenen Riesling zu erzeugen. Natürlich gab es auch davor Erzeuger mit trockenen Spitzenrieslingen, aber es waren rare Ausnahmen. Darüber hinaus erfolgte diese Entwicklung während eines deutlichen Klimawandels. Die Bedingungen haben sich in den vergangenen 15 Jahren beinahe in ihr Gegenteil verkehrt. Beschwor man anfangs der 90er-Jahre noch den Wettergott, er möge einen Herbst bescheren, der die letzte Süße bzw. Reife in die Traube treiben möge, so gehen heute die Gebete in die entgegengesetzte Richtung; in manchen Weingärten ist es mittlerweile gar zu warm geworden. So zielen Bepflanzungen und Bewirtschaftung des Weingartens darauf ab mit den erhöhten Temperaturen besser umzugehen und die Rieslingtraube vor Hitzestress zu bewahren, oder ein zu schnelles Anreichern von Zucker zu vermeiden. Das letzte wirklich (zu) kühle Jahr für den Riesling liegt mittlerweile weit über eine Dekade zurück, es war 1996. Und selbst aus diesem Jahr gibt es heute noch ansprechend frische, überaus vital wirkende Weine. Sie bezeugen die Vorliebe des Rieslings für kühlere Witterung, vorausgesetzt er reift vollständig aus.

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