Robert König Spätburgunder Assmannshäuser Höllenberg Spätlese trocken, 2007

Robert König Spätburgunder Assmannshäuser Höllenberg Spätlese trocken, 2007

rk_2Im Glas ein gleichmäßiges, leuchtendes Kirschrot, hellbraune Reflexe. Klar, aber konzentriert wirkend, leichter Wasserrand. In der Nase etwas Rauch, rote Beeren, würzige Kräuter, dunkle Vanilleschote, auch etwas Schieferwürze und ein kühler ätherischer Nachhall. Die Aromen fügen sich in einem eher schlanken Kern gut ineinander. Eine ganz typisches Höllenberg-Bukett mit transparenter Frucht und würziger Mineralität, eher leicht wirkend, es dringt kein Alkohol durch. Eine tolle, ganz präzise definierte Nase. Im Antrunk geht es dann so weiter: Mit einem schönen, dichten Fruchtschmelz kommen beerige, aber auch zart florale Aromen, dazu Hagebutten, Mandeln und auch Schokolade zum Vorschein. Dabei wirkt der Wein richtig trocken. Säure und Tannin sind schon leicht abgerundet, aber immer noch animierend. Der Körper ist mittel, die ganze Struktur eher sehnig als muskulös, was den Wein angenehm leicht macht. Der Abgang ist mittellang auf beerig-mineralischen, etwas tanninherben Noten. Der Wein ist jetzt sehr gut trinkbar, kann aber auch noch lagern. Das Tannin wird mit der Zeit sicher noch weicher, und das Extrakt hat das Zeug, die Frucht noch weiter zu tragen. Insgesamt ist dieser Spätburgunder nicht komplex oder sonderlich dicht, bietet aber trotzdem Tiefe und eine in seiner Leichtigkeit tolle Transparenz und Reinheit. Hier wird nichts verdeckt oder überlagert, alle Nuancen dringen hindurch und gehören genau dahin, wo sie sind. Ein förmlicher Gegenentwurf zu Spätburgundern, die vor Muskeln, Überreife oder Holz kaum noch stehen können.Schön ist außerdem, dass man für unter 15 Euro noch so viel Höllenberg bekommt. Dringende Probierempfehlung! 2 Stunden in der offenen Flasche, nicht zu warm in aller Ruhe degustiert, an einem schönen Ort in Dänemark.

Vom Weingut, 13,75 Euro, 87+ Punkte (sehr gut), 2010 bis 2013