Siener Riesling trocken Buntsandstein QbA, 2007

Siener Riesling trocken Buntsandstein QbA, 2007

Florian hatte es ja schon im Januar angekündigt, aufmerksame Mitleserinnen und Mitleser erinnern sich vielleicht: Riesling von Siener gäbe es erst wieder zur Wiedererröffnung der Riesling-Saison, so seine Ansage. Obwohl ich mir ja nicht so sonderlich sicher bin, dass die Riesling-Saison in diesem Blog zwischenzeitlich je ein Ende gefunden hätte. Aber die warmen Temperaturen im Rheinland lassen indes auf einen baldigen Frühlingsbeginn hoffen. Und da fällt die Wahl natürlich gerne verstärkt wieder auf Riesling — und das war auch sicher Florians Intention bei seiner Ankündigung.

Der Buntsandstein ging halbblind an den Start, sekundiert wurde er durch einen 2007er Riesling vom Weingut Hofmann (stay tuned!), den ich in ähnlicher Gewichtsklasse vermutete. „Halbblind“ deshalb, weil ich wußte, welche Weine in den Gläsern waren, jedoch bis zum Ende des dritten Abends nicht, welcher der beiden Weine denn nun der Buntsandstein war. Ich kann diese Art des vergleichenden Probierens nur Jedem zur Nachahmung empfehlen, ein solcher Vergleich ist spannend und wenn man Glück hat lehr- und genussreich zugleich.

Aus der frisch geöffneten Flasche entströmt ein deutlicher Spontiton, der sich auch mit etwas Zeit im Glas nicht abmindert. Die Nase ist sehr fruchtreduziert, gerade einmal einen Anklang von gelber Steinfrucht erhasche ich, daneben nur ein süßlicher Kräuterton, etwas weißer Flieder und ein Hauch von Orange; „trotz der Fruchtfreiheit“ eine recht ansprechende Nase.

Im Antrunk fällt zunächst die leicht auf der Zungenspitze britzelnde Mineralität auf, der Wein eröffnet mit einer leicht stoffigen Struktur, zugleich ein schon fast weiches Mundgefühl vermittelnd, was aber nicht an der Säurestruktur liegt, denn diese ist zwar nicht aufdringlich, aber auch nicht als weich oder reif zu bezeichnen. Geschmacklich sehr reduziert in seiner Frucht, etwas Orange und Steinfrucht, prägend ist vielmehr eine Melange aus Kräutern, Haselnüssen und einer rauchigen Mineralik, die für ein doch etwas herbes Geschmacksbild sorgt und sich bis in den mittellangen,  leicht schmelzigen Nachhall fortsetzt. Gute Struktur, die den Alkohol gänzlich aufnimmt.

Am zweiten Abend ist der Spontiton fast gänzlich verflogen, im Übrigen hat sich der Wein aber nicht sonderlich verändert, allein etwas Gerbstoff am Gaumen fällt mir nun auf, den ich am Vorabend so nicht bemerkt habe. Fiel auch am dritten Abend nicht ab und zeigte keinerlei Oxidation. Über drei Abende halbblind getrunken.

Ab Hof gekauft, 7,20 Euro, 84 Punkte (gut) , jetzt bis Ende 2011+