Grgich Hills Cabernet Sauvignon Napa Valley, 2006

Grgich Hills Cabernet Sauvignon Napa Valley, 2006

Es durfte mal wieder was Besonderes sein. Grgich aus Rutherford in Napa scheint hier in Boston einen gewissen Star-Status zu genießen, man bekommt die Weine recht schwer. Diesmal hatte ich Glück – es war die letzte Flasche. Das Gut wirtschaftet nach Demeter-zertifizierter Biodynamik. (Mir war bislang neu, dass der Begriff Biodynamik ein registriertes Warenzeichen ist? Man lernt nie aus.) Cabernets machen sie in Rutherford nur zwei, den normalen Napa und eine „Yountville Selection“, die aber nochmal doppelt so teuer ist. Der 2006er ist der aktuelle Jahrgang, ab Hof kostet er 60 Dollar.

Extrem dunkles, blickdichtes Violett, schwere Kirchenfenster. In der Nase glasklarer Cabernet. Cassis ohne Ende, grüne Paprika, etwas unreife Brombeeren, Heidelbeeren. Viel Konzentration und Kraft, der Alkohol (14,5%) gerade noch im Zaum gehalten. Etwas Schokolade und tabakige Noten. Spuren von Grafit, Eisen und rohem Fleisch. Natürlich sehr jung. Dennoch: Man möchte minutenlang nur schnuppern.

Am Gaumen hoch konzentriert: Eine Textur zum Kauen, mit viel Fruchtsüße, jungem Holz und Tabak. Die Fruchtkomponenten sind hier scheinbar weniger vielfältig, schwarze Johannisbeere und daneben süßliche Brombeere. Pilze und minzige Töne begrenzen das Aromenspektrum nach der einen und der anderen Seite. Schön strukturierende Säure. Die Tannine noch sehr pelzig. Nach hinten wird das Ganze ein wenig eng, man würde sich wünschen, dass er da seine Aromen mehr öffnet.

Mir gefällt das ganz gut. Amerikanischer Cabernet, mit durch Eleganz gezügelter Kraft. Mir fällt es bei solchen Weinen schwer, ein Trinkfenster vorauszusagen, ich meine, dass man ihn in eineinhalb Jahren nochmal probieren sollte, vielleicht wird sich dann auch in den Abgang hinein noch mehr Aromenvielfalt entwickeln.

Aus dem Fachhandel, 69,99 USD, 89+ Punkte (sehr gut), Ende 2012 bis 2016