Heitz Cellar Cabernet Sauvignon Trailside Vineyard Napa Valley, 2005

Heitz Cellar Cabernet Sauvignon Trailside Vineyard Napa Valley, 2005

Heitz ist einer der Pioniere in Napa, in diesem Jahr feiern sie da ihr 50jähriges Jubiläum. Ich hatte den Namen offen gestanden noch nie gehört, wurde aber von einem der „Barmänner“ bei Chimney Rock dort hingeschickt – und es hat sich gelohnt. Die Weine haben mich vollends überrascht, weil sie Eleganz mit der mir ansonsten eher suspekten Hochreife-Kraft der Napa-Talsohle verbinden. Prompt habe ich von da auch ein Fläschchen mitgehen lassen, vom Trailside Vineyard in Rutherford, das ist die zweite Garde zwischen Martha’s Vineyard (kein Witz), der um die 150 Dollar kostet, und dem „Guts-Cabernet“, der bei guten 40 Dollar liegt. (Eine etwas breiter angelegte Besprechung des Portfolios wird hier noch folgen.)

Dunkel und fast undurchsichtig im Glas. In der Nase wie gesagt Hochreife, fast ein wenig portig, viel Fruchtsüße, dunkle Beeren, etwas Cassis, viel Schwarzkirsche. Daneben Kräuter, Zigarre, Sandelholz, etwas Lakritz, Grafit und eine kalkige Mineralität. Im Mund viel Kraft, auch einiges an Alkohol (14,5% laut Etikett), wieder Schwarzkirsche, schwarze Johannisbeere, sehr fruchtsüßlich. Daneben ganz dominantes Sandel- und Zedernholz, viel „Rutherford Dust“, also eine staubig-steinige Kratzigkeit, und eine tolle Säure, die dem ganzen viel Struktur verleiht. Sehr schön.

Am ersten Abend hat mich dieser Wein erschreckt: Da ich keinen Dekanter auf Reisen dabei habe, habe ich nur ein kleines Glas aus der Flasche gelassen und den Wein über Nacht so belüftet. Dieses erste Glas war vor allem wuchtig und alkoholisch, ohne besondere Nuancen. Heute zeigt er aber, was er kann. Ein eleganter Kraftprotz. Gerne würde ich wissen, was daraus noch wird.

Vom Weingut, 70.- Dollar, 92 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2020