Domaine Thierry Violot-Guillemard Pinot Noir Pommard P.C. La Platière, 2005

Domaine Thierry Violot-Guillemard Pinot Noir Pommard P.C. La Platière, 2005

2005-TVGPMachen wir einen Ausflug nach Pommard, dem kleinen 500-Seelen-Nest an der Cote de Beaune, das seinen Name von der römische Göttin der Früchte und des Gartens ableitet, Pamona. Grand Crus sucht man hier bekanntlich vergeblich, sodass der Griff zu einer Flasche Premiere Cru der Griff zur formalen Spitze des Dorfes bedeutet. 28 Premiere Cru-Lagen stehen insoweit zur Auswahl.

Ihren Namen hat die Lage des heutigen Weines, „La Platière“, von den flachen Steinen, die in dieser gen Süden ausgerichtete Parzelle den Boden bedecken. Im Nord(-Osten) von Pommard gelegen, also auf der Seite, die Beaune näher liegt, steigt sie gemächlich den Hang herauf.

Das Weingut Violot-Guillemard hat seit dem Jahr 1999 auf bionahen Anbau umgestellt – dies mit dem Ziel, einen möglichst authentischen Wein auf die Flasche zu bringen. Das ist – was den „Dorfcharakter“ betrifft gelungen: dieser Wein ist „Pommard“.

In der Nase ein Hauch Schwarzbrot, der mit Belüftung aber wieder verfliegt. Geprägt von dunklen schwarzen Kirschen und etwas Koriander, nur dezent zeigt der Wein erste Reifearomen. Robust, kraftvoll und dunkelfruchtig im Antrunk – so wie es bei Pommard zu erwarten ist; Brombeeren und dunkle Schwarzkirsche, die vollreife dunkle Frucht hinterlässt einen sensorisch trockenen Eindruck, was vermutlich aber auch der markanten Säure geschuldet ist; etwas Leder, ein leichter Eindruck von Stall verfliegt in der Karaffe. Moderat und gelungen der Holzeinsatz, hier zeigt der Wein Bitterschokoladigkeit ohne Süße, auch sein Tannin ist nicht sonderlich aufdringlich, wenngleich noch ein wenig kantig. Es macht den Eindruck, dass die Trauben nicht voll entrappt wurden. Mit etwas Verweildauer in der Karaffe öffnet sich der Wein und wird etwas generöser – das tut wohl, denn das nimmt ihm den zuvor bestehenden doch etwas spröden Charme. Nach zwei Stunden aber ist der Wein da, zur Kirschfrucht hat sich etwas Himbeere hinzugetan und – sehr schön – eine unterschwellige Nuance an Minzigkeit, die er auch im mittellangen Finale durchhält.

Offen probiert, 2 Stunden dekantiert.

Aus dem Fachhandel, 34 EUR, 87 Punkte (sehr gut), jetzt bis 2019 

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