2009 Weingut Dönnhoff Riesling Schloßböckelheim Felsenberg “Felsentürmchen” GG

2009 Weingut Dönnhoff Riesling Schloßböckelheim Felsenberg “Felsentürmchen” GG

2009-DFGGUnsere vor einigen Wochen durchgeführte Probe mit Riesling-GGs aus dem Jahr 2009 hatte bei mir die Vorfreude auf diesen Wein geweckt. Er hat meine Erwartungen nicht enttäuscht, das kann ich vorwegnehmen. Und auch diesem Wein wird kein früher Tod beschert sein, weshalb sich die mit ihm gemachten Erfahrungen stimmig in die Eindrücke der 09er-Probe einreihen. Schön auch, dass dieser Riesling aus einer Steilage (45-55% Gefälle) mit reiner Südexposition mit wunderbar viel Zug ins Glas kam. Ich hatte einen weitaus wuchtigeren, schwerfälligeren Wein aus diesem ja vollreifen Jahr befürchtet.

Schon in der Nase verheißungsvoll und viel Kontrast bietend: einerseits kristalin und spannungsgelanden aus dem Glas drückend, um andererseits mit cremiger, gelbfleischiger Frucht aufzuwarten. Hier findet sich neben mürbem Apfel auch gelbe Birne sowie vollfleischige Nektarine. „Vanille?“ notiere ich etwas irritiert.

Die Irritation verdichtet sich dann im Mund, denn auch hier schmecke ich nach einer Stunde Belüftung in der Karaffe neben gelbfleischiger Frucht einen leichtenVanilleton heraus. Was mich dann entgültig irritiert: diese Eindrücke sind in sich stimmig und geschmacklich absolut passend eingebunden. Druckvoller Körper, aber nicht zu weit ausladend. Mit einem tiefen mineralischen Kern gesegnet.

Im heutigen Zustand ist mir die gelbfruchtige Extraktsüße noch ein wenig zu präsent, insbesondere im Finale bleibt doch ein kleiner Zuckerschwanz stehen. Dies sollte sich mit einigen Jahren aber finden, zumal der Wein insgesamt noch sehr jugendlich erscheint. Aus der frisch geöffneten Flasche jedenfalls wirkte er aromatisch noch recht unentwickelt.

Sehr gut gefällt mir bereits heute die Säure, der Wein verläuft insoweit erst recht ruhig, erst im langen Finale steht die Säure mit Vehemenz gegen die Mineralität und den Fruchtextrakt, was hier dann für einen straffen, ja fast schon strengen, herb-pikanten Eindruck sorgt – und der ist sowas von animierend.

Guter Trinkfluss, der Wein ist vielleicht zu druckvoll, um ihn noch elegant nennen zu können: ein Wein mit Klasse ist er aber allemal. Ausreichend belüftet schon jetzt hochinteressant.

Aus dem Fachhandel, 32 EUR, 92 Punkte (ausgezeichnet),   2015 bis 2021+