Ascheri Barolo Podere di Sorano, 2003

Ascheri Barolo Podere di Sorano, 2003

Irgendwann vor ein, zwei Jahren haben Rainer und ich unabhängig voneinander den 2001er Jahrgang dieses Weines entdeckt, und aufgrund seines tollen Preis-Leistungs-Verhältnisses hat sich dieser klassisch gemachte Piemontese seitdem zu einer Art Haus-Barolo bei ihm und bei mir entwickelt. Vor etwa einem halben Jahr hat ihn Rainer auch schon hier im Blog gewürdigt. Aktuell gibt es beim Italien-Großhandel noch den 2003er, bei dem sich im Vergleich zum Vorgänger zwei Parameter äußerlich erkennbar zum Unguten verändert haben: Der Preis liegt um gute 3 EUR höher, und der Alkoholwert beträgt laut Etikett nun bedenkliche 14,5 %. Schaun mer mal.

Ein fast blickdichtes, kräftiges Rot mit einem Wasserrand und ganz leicht bräunlichen Einschlägen. In der Nase zeigt sich dieser Wein hoch-, ja fast überreif, mit Piemontkirsche, Pflaumenkompott und einem Touch Zimt. Es wetteifern eine ätherische Mineralik und der unverkennbare Alkoholeinschlag miteinander. Der Wein ist noch jung, aber dennoch deutet sich ganz zart schon eine Reifenote wie feuchtes Laub an. Am Gaumen zeigt sich das gleiche Spiel wie in der Nase: einerseits eine gewisse Frische, andererseits die durchaus heftig alkoholische Seite. Zunächst wirkt er frisch und fast ein wenig minzig, bevor sich dann die hochreifen Noten und die Fruchtsüße durchsetzen. Wieder die Kirsche und das leicht Kompottige, fast ein wenig likörig sogar fließt er schwer durch den Mundraum, die gut strukturierte Säure federt das jedoch ab. Er hinterlässt einen warmen Eindruck, bevor dann im Abgang eine ganz leicht bittere Note stehen bleibt. Die Tannine sind noch körnig und leicht trocknend, man gewinnt insgesamt den Eindruck, dass der Wein derzeit ein wenig neben sich steht.

Ob das aber noch wirklich schön wird? Ich vermag es nicht sicher zu sagen, habe aber meine Zweifel, dass die überreife Frucht und der Alkohol mit dem Alter angenehmer werden. Meines Erachtens nicht ganz so gelungen wie der 2001er. 24 Stunden dekantiert und offen verkostet.

Vom Lebensmittel-Großhandel, 23,50 Euro, 85 Punkte (sehr gut), 2011 bis 2020 (?)