Domaine René Engel Vosne-Romanée Village 1994 & 2002

Domaine René Engel Vosne-Romanée Village 1994 & 2002

Rene Engel Vosne-Romanée 2002 & 1994-100Essensbegleiter waren kürzlich zu einem überzeugenden Menü im Vieux Sinzig die beiden Village-Weine von Engel. Der gleiche Wein aus qualitativ sehr unterschiedlichen Jahren. 1994 ist in seiner Dekade vermutlich der schwächste Jahrgang, während 2002 in seinem Jahrzehnt hinter 2005, 2009 und 2010 zu den besonders begünstigten Jahrgängen zählt, auf alle Fälle ist sein Reifeverlauf besser als ursprünglich allgemein erwartet, leider hat er sich preislich dazu linear entwickelt, sprich er ist teuer.

1994
Schlanke, kräuterwürzige Nase nach roten Beeren, angetrockenete Himbeere, etwas angestaubt, fast karg wirkend. Im Mund von knapp mittelkräftigem Körper, sehr klare, sauber gezeichnete rotbeerige Frucht, erneut schlank und karg, getrockente Kräuter, Heu, stahlige Anklänge, die Säure präsent, aber ordentlich integriert, bei den Gerbstoffen kann der Wein das schwache Jahr nicht verbergen, sie wirken kernig, adstringierend, an der Grenze von Unreife, vegetabile Anklänge, trockenende Art, erinnert an Walnussschale oder Farne, eine feine Fruchtsüße hält der Wein jedoch durch, knapp mittellanger, leicht bitterer Nachhall. Es ist immer noch ein deutlich guter Wein, jedoch gemessen am Winzer und der Lagen zu dünn und unterdurchschnittlich.
84 Punkte, jetzt trinken

2002
Eine andere, genussvollere Welt bietet der 2002er. In ihm zeigt sich die ganze Klasse dieser Domaine und die Bedeutung eines günstigen Jahrgangs, selbst bei solch einem Ausnahmewinzer wie Philippe Engel. Nach zurückhaltenden Beginn baute er binnen zwei Stunden derart im Glas aus, dass wir uns immer wieder dabei ertappten inne zu halten, um die Tiefe des Aromenspiels zu  erfassen. Der Duft eine verführerische Hommage aus Frucht, Mineralik und Kräuterwürze und einer röstig-rauchigen Holzwürze wie sie nur große Burgunder hervorbringen. Fleischige rotbeerige Waldfrucht nach roten Johannisbeeren, Himbeeren und ein Hauch Schlehen, unterlegt mit einer noblen Holzwürze nach Grillaromen, abgehangenen Schinkenspeck, schwarzen Oliven und etwas Graphit, verändert laufend seine Akzente, jetzt wunderbar geöffnet, ohne Anzeichen von Müdigkeit, aber großer, perfekter Reife. Im Mund von vergleichbarer Klasse. Mittlerer Körper mit fleischiger Frucht, rote Waldbeeren, Abrieb von Orangen, Mirabelle, tropische Früchte, fast eine Ahnung an Granatäpfeln, mürbe Tannine mit sanften Griff, herrlich frische, fast kecke Säure, das Holz nobel, noch recht präsent mit viel Röst- und Grillaromen ohne jede Aufdringlichkeit, feinster Schinken, schwarze, eingelegte Oliven, süßliche Lakritz, geröstete Nüsse, sehr animierend zu trinken, sehr gute Länge. Eine umwerfende Village-Qualität, als Solist oder zum Essen gleichermaßen geeignet. Wird sich noch lange halten. Große Begeisterung am Tisch.
92 Punkte, jetzt trinken bis 2022