Bordeaux Blanc in der Alten Schlosserei in Engelskirchen

Bordeaux Blanc in der Alten Schlosserei in Engelskirchen

Laville Haut Brion, 1983 (100 von 1)Wer trinkt heute schon regelmäßig weiße Bordeauxs? Oder wer sammelt die Weine über viele Jahre, denn die Besten von ihnen sollten schon 15 bis 20 Jahre Flaschenreifung hinter sich haben, damit sich die Aromatik voll entfalten kann. Um so verzückter war ich, als im Keller eines guten Weinfreundes zahlreiche dieser Weine lagerten. Beinahe umgehend fing ich an ihn um eine Probe dieser Weine zu bitten. Ich selbst hatte kaum Erfahrung damit. Hier und dort kam mal ein Wein auf den Tisch und die allermeisten gefielen mir sehr gut, besonders wenn zumindest ein geringer Semillion-Anteil mit verschnitten war. Im Frühjahr 2013 hatte ich genug genervt und so folgte ich umgehend der Einladung nach Engelskirchen, um gut 20 Exemplare zu verkosten.

Es gibt nur wenige Clarets, die dem Weißwein eine vergleichbare Aufmerksamkeit schenken, wie dem roten Cuveé. Daher beschränkten wir uns im Wesentlichen auf vier Erzeuger, Laville-Haut Brion (ab 2009 Haut Brion Blanc), Domaine Chevalier, Chateau Fieuzal und Simth Haut Lavite, auch weil sie sehr unterschiedliche Cuveétierungen haben. Laville wird vom Semillon dominiert, Fieuzal hat zumeist je zu Hälfte Semillon und Sauvignon Blanc, Chevailier enthält zwischen 15 und 30 % Semillon und SHL setzt teilweise ganz auf den Sauvignon Blanc. Alle bauen ihren Wein in Barriques aus. Während der Sauvignon Blanc für die Primärfruchtigkeit der Weine sorgt, neigt der Semillon zu Botrytis und verleiht ihnen so ihre üblichen Wachsnoten und Cremigkeit.

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