Domaine Dugat-Py Gevrey-Chambertin 1er Cru Champeaux, 2004

Domaine Dugat-Py Gevrey-Chambertin 1er Cru Champeaux, 2004

Dugat-Py Gevrey-Chambertin 1er Cru Champeaux, 2004 (100 von 1)Champeaux ist die nördlichste Premier Cru-Lage in Gevrey-Chambertin, gute sechs Hektar groß und wird trotz seiner Nähe zu Clos Saint-Jacques und Lavaux-Saint-Jacques im Allgemeinen eine Klasse schwächer eingeschätzt, kostet oftmals jedoch nur ein Drittel im Vergleich zu seinen berühmten Nachbarn im Süden. Die Weine gelten als weniger finessenreich, die Tannine gröber und erreichen nicht die Harmonie, sollen jedoch von gehobener Güter sein und sich dank ihrer dichtem Extrakt harmonisch entwickeln.

2004 gilt als das schwächste Jahr der letzten Dekade, was im günstigsten Fall den Vorteil haben kann, dass sich auch die höherwertigen Lagenweine schneller entwickeln. Es war teilweise im Sommer einfach nicht warm genug um den Pinot Noir an allen Stellen ausreifen zu lassen, dazu kamen mehrere Hagelschauer im Herbst, was dann gerne zur Fäulnis führt, wenn der Winzer nicht schnell und konsequent die nötige Vorlese vornimmt. Ich meide im Allgemeinen dieses Jahr, aber Allen Meadows hat die 2004er-Kollektion von Dugat-Py erstaunlich hoch bewertet, er spricht sogar von der besten Kollektion in dieser Dekade, weil die Weine mehr Eleganz und Detailreichtum zeigen wie üblich.

Den Champeaux wertete er mit 91-94 Punkten und eine erste Trinkphase prognostizierte er für 2014. Voila, heute Abend landete er in meinem Glas. Überraschend präsentes Bukett, sofort als Burgunder zu erkennen, da ist eine Menge von der erwarteten Gevrey-Würze nach getrockneten, südländischen Kräutern, aber eben auch die bekannte dunkel-röstigen Noten von Dugat-Py, die mir oftmals einfach zu viel sind, wenngleich er seinen Holzeinsatz, oder vielleicht das Toasting seit 2002 deutlich verfeinert hat, aber bei einem derart dichten Pinot, bräuchte ich überhaupt kein, oder nur 10-20% neues Holz. Daneben zeigt sich aber auch eine herrlich reintönig rote Beerenfrucht, ja, da ist auch die gesuchte Duftigkeit, rote Johannisbeeren ohne Ende, etwas dahinter Kirschen, zeigt Tiefe und Klasse an, ein insgesamt stimmiges und komplexes Bukett.

Am Gaumen von mittlerer Dichte, mineralisch, rotfruchtiger Auftakt, dann kommen erneut Kräuter und das Toasting auf, der Wein wirkt sehr fokussiert, von intensiver Saftigkeit geprägt, die Frucht noch sehr jungendlich, leider etwas zu sehr von der Röstigkeit der Barriques bedrängt, schade, denn sie ist so herrlich elegant und frisch, aufgrund der guten Extration dürfte sich da noch Harmonie einstellen, eine feine steinige Mineralität begleitet den gesamten Verlauf, die Tannine noch ein Hauch zu adstringierend, wirken aber für das Jahr erstaunlich reif und fein, sehr langer Nachhall. Ein wirklich überzeugender Champeaux, der mir deutlich weniger bäuerlich erscheint, wie oftmals in der Literatur beschrieben. Bei meiner Kritik am Holz muss ich ergänzen, dass der Wein meilenweit entfernt ist von dem übertriebenen Holzeinsatz, der mir teilweise in Pinots aus der neuen Welt unterkommt, oder im Spätburgunder bei so manchen deutschen Erzeugern, aber er hat eben auch nicht diese einmalige Klarheit und Duftigkeit von z.B. einem Mugnier. Ich würde diesem Champeaux noch weitere drei Jahre Flaschenreife geben.

Vom Fachhandel, 80 Euro, 92 Punkte (ausgezeichnet), ab 2017 bis 2024