Brezza Barolo Sarmassa, 2006

Brezza Barolo Sarmassa, 2006

2006_Sarmassa_BrezzaDas Weingut Brezza liegt am Rande der Gemeinde Barolo. 16,5 Hektar Rebflächen werden hier bewirtschaftet – und mit Ausnahme von ein wenig Chardonnay wird hier natürlich überwiegend Rotwein produziert. Die Einzellage Sarmassa hat eine Südsüdwest-Ausrichtung, der Boden besteht aus Sand, Lehm und Muschelkalk, eine Kombination, die insbesondere in trockenen Jahren Vorteile bietet, weil die gute Wasserhaltung der Böden dem Trockenstress gut entgegen wirken kann. In ausgewählten Jahren gibt es aus dieser Lage einen „Bricco Sarmassa“, hier wird dann ein Teilstück aus den höchstgelegenen Reben der Lage getrennt ausgebaut. Nicht so aber im Jahr 2006 – hier gab es „nur“ den einen Sarmassa.

Im Glas ein transparentes, rostiges Rubinrot, das von erster Reife zeugt. In der Nase mit ein wenig Belüftung eine kraftvolle, aber ausdrucksstark komponierte Varianz aus Rosen, Kirschessenz, Teer und Hagebutten. Es macht viel Spaß, hier einige Zeit zu verweilen, bis der erste Schluck genommen wird. Mit mehr Luft kommt zwar ein Hauch Lackaroma auf – das stört hier interessanterweise den Gesamteindruck überhaupt nicht.

Auch im Mund macht dieser ungeschminkt und pur wirkende Nebbiolo traditioneller Machart viel Vergnügen: Im mitteldichten Antrunk geben rote Früchte den Takt vor, dazu kommen würzige Altholzaromen und sortentypisch Rose, ein Hauch Teer rundet diesen Eindruck ab. Keine spürbare Süße, der Wein schöpft seinen Fruchtschmelz nur aus seinem dichten Extrakt; er wird im strukturierten Verlauf dann etwas kerniger, hier vermischen sich eine Spur Mineralität mit dem feinporigen, dennoch noch kernig wirkenden Tannin, das – am ersten Abend – für etwas spröde Adstringenz sorgt.  Die Frucht behält aber auch hier jederzeit die Oberhand, lang und geschmeidig zieht sie in den ausbalancierten und animierenden Nachhall.

Ein Wein mit Struktur, die mir sehr gut gefällt. Mit Essensbegleitung verschwindet die „Tanninstrenge“ dann gänzlich – doch auch nach dem Essen macht dieser Wein nicht satt, trotz seiner 14 % Alkohol. Ein traditionell wirkender Barolo – kraftvoll und pur zugleich.

Aus dem Fachhandel, 32 Euro, 92 Punkte (ausgezeichnet), jetzt bis 2019+