Emrich-Schönleber Riesling Monzinger Halenberg Kabinett, 2007

Emrich-Schönleber Riesling Monzinger Halenberg Kabinett, 2007

Klare strohgelbe Farbe. In der zurückhaltenden Nase deutlich hefig-stoffige Noten, ein wenig Steinfrucht, leichte kräutrige Aromen und mineralische Anklänge. Deutliche Restsüße im Antrunk, der Körper entspricht den Erwartungen an einen Kabinett. Gelbe Steinfrucht, erfrischende Gerbstoffe, etwas Mineralik und eine gute Säurestruktur zeichnen den Wein aus. Der Wein wirkt gefällig ohne besondere Raffinesse oder Tiefe. Endet mittellang auf einer etwas diffusen Steinfrucht und einem Hauch Mineralität. Der Wein könnte etwas mehr Struktur und Tiefe haben, aber als einfacher Trinkspaß durchaus zu…

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Chateau Leoville Barton, St. Julien, 1994

Chateau Leoville Barton, St. Julien, 1994

In der Nase Honig, wenig Frucht, ein Hauch Mandarine und Cassis, dann sehr viel Stein und dunkles Mineral, kräutrig. Sehr alkoholstark. Im Antrunk üppig, aber trocken. Schmelzig und sehr steinig, wieder Honig, Cassis, erste Reifetöne, herbes Mineral. Wenig Frucht. Gute Struktur. Ruhige Säure. Deutlich mittellang, steinig-schmelziger Abgang, am Gaumen hält der Wein die Balance zwischen Körper und Alkohol nicht und bleibt alkoholisch. Beim Aufdecken, nachdem ich meine Notizen niedergeschrieben hatte, war ich ziemlich überrascht, denn den Wein hatte ich ja…

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Azienda Agricola Erbaluna Barolo „Vigna Rocche“, 1998

Azienda Agricola Erbaluna Barolo „Vigna Rocche“, 1998

Mahagonirot. In der harmonisch gereiften Nase Kirschen, etwas Kirschlikör, sehr kräuterig, deutlich Bergamotte, Rose vermeine ich zu riechen, sicher aber welke Blätter und Unterholz. Im Mund feiner Kirschsaft, Laubnoten, etwas Leder, wirkt sehr differenziert und eher fein, mit einer harmonischen, maßvollen Säure versehen, Tabakspuren, absolut balanciert. Der mittellange Abgang wird von kirschigen und tertiären Noten bestimmt, insbesondere die Assoziation an Laub dringt wieder ins Bewusstsein, nachhaltig, auch etwas schwarzer Pfeffer entwickelt sich mit weiterer Zeit im Glas. Das Tannin ist…

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Pierre Frick Sylvaner Bihl, 2004

Pierre Frick Sylvaner Bihl, 2004

Pierre Frick aus Pfaffenheim unweit von Colmar steht für Bio, genauer gesagt für unheimlich viel Bio. Seine Weine tragen das Demeter-Zertifikat, sein Weingut gehört zur von Nicolas Joly ausgerufenen „Renaissance des Appellations“, seine Weinberge werden streng biodynamisch nach dem Mondkalender von Maria Thun bewirtschaftet, und auch im Keller setzt Frick auf schonende Methoden unter Verzicht auf Temperaturkontrolle, Gärkontrolle, Hefe- oder andere Zusätzen. Auch an Schwefel bekommen die Weine von Pierre Frick besonders wenig ab, einige sogar gar nichts. Die besondere…

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Gross Weissburgunder Steirische Klassik, 2007

Gross Weissburgunder Steirische Klassik, 2007

Irgendwie muss der Weinhändler mich gänzlich falsch verstanden haben. Dabei hatte ich meinen Wunsch präzise formuliert: Ich suchte nicht nur nach einem ansprechenden, für seine Rebsorte und Herkunftsregion typischen Weißburgunder, sondern betonte auch, dass dieser Wein mit Ecken und Kanten versehen sein sollte. Und genau Letzteres bekam ich leider überhaupt nicht. Statt dessen tranken wir nun einen Wein, der vergleichsweise so leise Töne anschlägt wie eine Blockflöte beim Metallica-Konzert. Ich hatte ja auch nun wirklich nicht erhofft, dass der Weingutsname…

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Chateau Pontet-Canet Pauillac, 1997

Chateau Pontet-Canet Pauillac, 1997

Wenn man diesem Wein eine Schachfigur zuordnen müsste, käme ihm ohne Zweifel die Position eines Turmes zu, schwarze Spielsteine. Denn der Wein ist etwas sperrig, hat aber durchaus schon monolithische Züge. Er zeigt sich dabei weniger von der charmanten Art, er ist vielmehr von Kraft und Kernigkeit geprägt und trägt eine maskuline Handschrift. Schwarzroter Kern, mit Aufhellungen zum Rand hin. In der drückenden, vielschichtigen Cabernet-Nase zeigen sich Herzkirsche, Graphit, grüne Paprika, etwas Leder, dazu viel Johannisbeere; er präsentiert auch den…

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Tattino Villa a Sesta Chianti Classico Riserva, 2006

Tattino Villa a Sesta Chianti Classico Riserva, 2006

2006 sorgte der 2004er dieses Chiantis für einigen Wirbel, weil er quasi aus dem Nichts im Gambero Rosso auftauchte, und das auf Anhieb mit 2 Gläsern. Nun im Glas der 2006er: Ein leuchtendes Rubinrot mit dunklen Reflexen. In der Nase eine duftige, zugleich frische wie süßliche Primärfrucht mit viel Kirscharoma, auch etwas Johannisbeere und Gewürze wie Nelke und Muskat. Im Antrunk eine saftige, noch etwas unruhige Säure, die aber schnell harmonisch wird. Aromen mit viel Kirsche, Wacholder, leicht nelkigen und…

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Weingut Krutzler Perwolff, 2006

Weingut Krutzler Perwolff, 2006

Anfang Mai und es regnet. Den Grill packe ich erst gar nicht aus, und der Riesling bleibt in der Kühlung. Stattdessen wird das Steak in der Pfanne landen, und ich spekuliere bei den geladenen Gästen auf eine wetterbedingte Sehnsucht nach einem wärmenden Rotwein. Einige von Ihnen sind Liebhaber des österreichischen Rotweines, also flugs mittags zwei Flaschen des 2006er Perwolffs aufgezogen. Klar, der Wein ist viel zu jung, aber noch erhältlich und daher eine gute Gelegenheit zu überprüfen, ob der aktuelle…

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Weingut Gesellmann Bela Rex, 2001

Weingut Gesellmann Bela Rex, 2001

Zu meiner Überraschung ist die Idee zur Bezeichnung „Bela Rex“ nicht unserem Zeitgeist entsprungen, meist belanglosen Markenweinen mit Hilfe besonders kunstvoller Namen, um mangelnde Qualität zu überdecken. Hier ist es schlicht der Name des ungarischen Königs, der im 12. Jahrhundert zum ersten Mal den Herkunftsort des Weines, Deutschkreutz, urkundlich nannte. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts bestellen die Gesellmanns die Weingärten. Berühmt wurden sie aber erst, als sie Mitte der 80er Jahre als Erste in Österreich internationale Rebsorten, insbesondere den Cabernet…

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Fürst Löwenstein Riesling Homburg Kallmuth Kabinett trocken, 2007

Fürst Löwenstein Riesling Homburg Kallmuth Kabinett trocken, 2007

Helles Strohgelb mit leicht grünlichen Reflexen. In der präsenten Nase saftige Zitrustöne, gelber Apfel mit einer deutlichen Mineralik und frisch gehackten Kräutern. Dahinter eine süßliche, exotische Frucht, die an Maracuja erinnert. Trocken im Antrunk, schlank im besten Sinne seines Prädikats, mit Zitrusnoten, eine schon elegante Art, mineralisch gänzlich durchgezeichnet, wieder Zitrus und Apfeltöne, eher geringe Tiefe, eine stahlig-präsente, erfrischende Säure. Der Wein hat einen mittellangen Abgang, hier findet sich die ein wenig an Feuerstein erinnernde, etwas herbe Mineralik wieder, auch…

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