Wittmann Riesling Westhofener Kirchspiel Großes Gewächs, 2004

Wittmann Riesling Westhofener Kirchspiel Großes Gewächs, 2004

Im Glas ein strahlendes, blasses Gelbgold. Intensiver, klarer Duft ohne jegliche Opulenz, gelbe Früchte, sanfte Zitrusspitzen, ein wenig Grapefruit mit einem ersten Hauch von zarten Altersnoten. Wirkt in der Nase auf dem Punkt gereift, offene Frucht mit vitalen mineralischen Noten, angesengter Feuerstein steigt in die Nase — hmmm, spannend! Im Mund sehr tief, hat Kraft und Dichte. Wieder deutlich stahliger und von geringerer Opulenz als die Aulerde. Der anspruchsvollere Wein, ohne intellektuellen Überfluss. Der Antrunk wird beherrscht von präzisen Steinfrüchten,…

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Adeneuer Spätburgunder trocken Blanc de Noir, 2007

Adeneuer Spätburgunder trocken Blanc de Noir, 2007

Gleich zu Beginn ein Geständnis: Der Verkoster war lange kein Freund von weißen Rotweinen und vermochte nicht wirklich einen Zugang zu diesen Weinen zu bekommen. Bis vor zwei Wochen, wo er das erste Mal deutsche Spitzensekte verkosten durfte. Über das Auge, das ihm in Sachen Schaumwein geöffnet wurde, wird in diesem Blog noch zu lesen sein. Ebenso faszinierend war aber auch, was Blanc de Noir und Rosé de Noir aus Spätburgunder zu bieten vermögen. Der Anlass gebot, diese Einzelflasche aus…

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Mantlerhof Grüner Veltliner Spiegel, 2004

Mantlerhof Grüner Veltliner Spiegel, 2004

Gelbgrün. In der Nase reife Melone, etwas Walnuss und ein Hauch von kräuteriger Mineralik. Nicht sonderlich komplex, hat aber seinen Reiz. Im Mund überaus saftig, fast opulent, mit einer ansprechenden Cremigkeit. Zu Beginn dominiert fast ausschließlich eine sehr reife und warme Melonenfrucht, leicht indifferent. Der weitere Verlauf zeichnet sich etwas klarer. Die erfrischende Säure, die nussigen Aromen und die erneut feinherb-kräuterige Mineralität verschaffen dem Wein ein gewisses Spiel. Der Abgang ist ein Touch exotischer, nach Mango-Ananas und Zitronencreme und hat…

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Tasca D´Almerita „Camastra“ IGT, 2004

Tasca D´Almerita „Camastra“ IGT, 2004

Ich hatte mich schlicht verschätzt — trotz Belüftung von knapp drei Stunden in der bauchigen Karaffe zeigte sich dieser Wein am ersten Abend zunächst wie ein ungebetener Gast, den wohl jemand zur Feier mitgebracht hatte, ohne Einladung, versteht sich — grobschlächtig, uncharmant, dafür schon alkoholisiert. Gehören Sie hier zu jemandem? Nein? Dann danke ich für Ihren Besuch. Am Kragen gepackt und zurück in die Flasche geschleift. Kleine Denkpause in der Dunkelheit des Kühlschranks. Diese Behandlung hat erkennbar Wirkung hinterlassen, denn…

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Knipser Grauburgunder *** Auslese trocken, 2004

Knipser Grauburgunder *** Auslese trocken, 2004

Nach der gelungenen einfacheren Grauburgunder Spätlese trocken 2008 sollte sich nun zeigen, was der Grauburgunder am anderen Ende der Skala bietet — mit noch reiferen Trauben, tüchtig Holz und erster Flaschenreife. Mit Barrique haben die Knipsers Erfahrung wie nur wenige andere hierzulande, nicht nur bei den roten Weinen, auch beim Grauburgunder und Chardonnay. Aktuelle Jahrgänge der weißen Barriqueweine sind nicht zu bekommen, die Weine gehen erste nach einigen Jahren bei beginnender Trinkreife in den Verkauf — auch darin zeigt sich…

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Bernd van Volxem Riesling Wiltinger Braunfels Auslese, 1988

Bernd van Volxem Riesling Wiltinger Braunfels Auslese, 1988

Wein und Essen zu kombinieren kann manchmal schwierig und spannend zugleich sein. Eine gute Freundin hatte meinem significant other zwei geräucherte Makrelen aus der Nordsee mitgebracht, die deren Großvater kurz zuvor dort eigenhändig gefangen und geräuchert hatte. Ich gebe zu, die Idee, eine alte Auslese dazu zu öffnen, war vielleicht ein wenig gewagt, aber die Kombination funktionierte dann doch überraschend ordentlich — die Räuchernoten des Fisches harmonierten ordentlich mit den Reifetönen und den Kräutern des Weines, die Säure nahm dem…

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Knipser Grauburgunder Spätlese trocken, 2008

Knipser Grauburgunder Spätlese trocken, 2008

Das Weingut Knipser hat gleich drei Spezialitäten zu bieten. Neben vornehmlich hochwertigen, im Barrique gereiften Rotweinen und großen Riesling-Gewächsen sind die einfacheren Weißen wohl die meistgetrunkenen Weine des Weinguts. Immer wieder trifft man sie in der Gastronomie an, auch die Weinführer äußern sich oft zufrieden. Durch eine Verkostung in den Oberkasseler Kinkelstuben neugierig auf das Weingut geworden und im Sommer immer nach guten weißen Weinen zum Grillen suchend, zog ich eine Flasche dieser noch sehr jungen trockenen Spätlese auf. Und…

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Forstmeister Geltz Zilliken Riesling Saarburger Rausch Eiswein, 2008

Forstmeister Geltz Zilliken Riesling Saarburger Rausch Eiswein, 2008

Ich muss zugeben, in meinem Unterbewusstsein als Konsument ist es bei weitem noch nicht voll verankert, dass das Anbaugebiet „Mosel-Saar-Ruwer“ künftig auf Weinetiketten nur noch als „Mosel“ erscheinen wird. Nun kann man ja — nicht zuletzt aus Gründen des Exports — hieran etwas Gutes finden. Aber irgendwie war ich dann doch irritiert, auf einem Saarwein-Etikett nur noch den Begriff „Mosel“ zu lesen. Hier im Blog wird jedenfalls die gewohnte Trennung beibehalten werden — wer „Saar“ anklickt, wird auch weiterhin Saarweine…

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Kees-Kieren Riesling Graacher Domprobst ** Großes Gewächs, 2005

Kees-Kieren Riesling Graacher Domprobst ** Großes Gewächs, 2005

Nicht nur innerhalb des VDP gibt es Große Gewächse. Auch die moselanische Winzervereinigung „Riesling-Weingüter im Bernkasteler Ring e. V.“, landläufig verkürzt als Bernkasteler Ring bezeichnet, vermarktet seit dem Jahr 2005 unter der Bezeichnung „Großes Gewächs Bernkasteler Ring“ ihre trockenen Spitzen. Die Kriterien hierfür sind Anbau in ringintern klassifizierten Steillagen, eine begrenzte Ertragsmenge von 50 hl/ha, Handlese bei mehr als 92° Oechsle, geschmacklich trockene Weine sowie mehrmalige Vorproben durch eine ringinterne Prüfungskommission. Das verbindene Merkmal auf den Flasche ist — siehe…

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Selbach-Oster Riesling Zeltinger Himmelreich Eiswein, 2008

Selbach-Oster Riesling Zeltinger Himmelreich Eiswein, 2008

Ich möchte an dieser Stelle einmal Respekt zollen. Respekt — diesmal aber nicht für außergewöhnliche Winzerleistungen oder allein für bewegende Momente im Glas, sondern für die Arbeitsleistung derer, die in der finalen Kette der Produktion dieses Weines recht weit am Anfang stehen, deren Arbeit gerade aber bei dem heute probierten Weintyp nicht genug gewertschätzt werden kann. Als ich diesen Wein in meinem Glas schwenkte, sah ich sie vor meinem geistigen Auge, die Erntehelfer, die die gefrorenen Trauben bei Eiseskälte und…

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