Alvaro Palacios Finca Dofí Priorat, 1996

Alvaro Palacios Finca Dofí Priorat, 1996

Nach einer Stunde in der Karaffe sind die leicht unangenehmen gemüsigen Ankänge nahezu vollständig verfolgen. Was bleibt ist ein ausdruckstarkes Bukett von großer Fruchtfülle klar und nuanciert gezeichnet. Erinnert an Schlehen, Sauerkirschen und dunklen Beeren, ohne jede Überreife. Zederholz ummantelt von Bitterschokolade verleiht dem Wein einen feinen, sehr angenehmen leicht herben Touch und im Hintergrund tauchen die üblichen Minz- und Lacknoten wieder auf. Weder Farbe noch Naseneindruck zeigen Anzeichen von Reife; im Gegenteil der Wein zeigt sich insgesamt ausgeprochen vital,…

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Domaine Alain Burguet Bourgogne Les Pince Vin, 2005

Domaine Alain Burguet Bourgogne Les Pince Vin, 2005

Jugendliches, für einen Pinot Noir recht dichtes, ganz zarttrübes Kirschrot. Die Nase bietet einen herrlich reintönigen Kirschduft von erstaunlicher Eleganz für dieses Qualitätsniveau. Wird von einer fein-staubigen Holzwürze ummantelt, dahinter Waldbeeren und ein Hauch Wildkräuter ala Kerbel. Im Mund von mittlerem Körper mit saftig, klarem Fruchtauftakt nach Kirschen, noch etwas betont junges Holzarrangement, erinnert merkwürdigerweise an Eukalyptus, aber auch an Zedernholz und Schokolade, erneut etwas staubig. Die Tannine sind noch jung, haben also Gripp, fügen sich jedoch gut ein. Markantes,…

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Domaine Sylvie Esmonin Gevrey-Chambertin Cuvée Vielles Vignes, 2009

Domaine Sylvie Esmonin Gevrey-Chambertin Cuvée Vielles Vignes, 2009

Diesen 2009er-Burgunder habe ich aus reiner Neugier aufgezogen. Wie mag denn so ein junger Gevrey-Chambertin riechen und schmecken? Ehrlich gesagt, es war unmittelbar nach dem Aufziehen keine Offenbarung, hatte ich auch nicht erwartet, aber einen deratig aufdringlichen, staubigen Geruch nach frischer Sägespäne ebenso wenig. Mag das in einer Schreinerei noch ganz nett sein, ist es für einen Wein doch ziemlich ungehobelt. Dahinter rieche ich jedoch auch ein festes Früchtefundament und herbe Kräuter, genauer kann ich es in dem Zustand nicht…

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Elisabetta Foradori Manzoni Bianco Fontanasanta, 2010

Elisabetta Foradori Manzoni Bianco Fontanasanta, 2010

Elisabetta Foradori hat sich in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf für Rotweine erarbeitet – Teroldego Rotaliano, mit dieser Rebsorte verbindet man in Weinkreisen zunehmend selbstverständlich den Namen Foradori. Seit dem Jahrgang 2009 finden sich im Weinprogramm der Trentiner Winzerin mehrere Weissweine, die streng nach biodynamischen Grundsätzen erzeugt werden. Die Amphore ist bei den Weissweinen – mit Ausnahme des heute im Mittelpunkt stehenden Weines – ein gängiges Arbeitsmittel. Ergänzt wird das Weissweinportfolio seit dem Jahrgang 2010 also mit diesem Wein,…

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Domaine Pierre Gelin Pinot Noir Fixin 1er Cru Clos Napoléon Côte de Nuits, 2005

Domaine Pierre Gelin Pinot Noir Fixin 1er Cru Clos Napoléon Côte de Nuits, 2005

Wenn man sich dem Abenteuer stellt das rote Burgund zu ergründen, liegt es nicht fern einfach mal im Norden der Côte de Nuits zu beginnen. Und Überraschung, es beginnt nicht wie gedacht mit der Gemeinde Gevrey-Chambertin, sondern nördlich davon liegt noch die Gemarkung Fixin (sieht man von Marsannay ab). Noch nie gehört? Kein Wunder, ist auch komplett unbekannt. Das Gebiet ist halt klein, hat keine Grand Cru-Lagen und nur fünf Premier Crus. Die können aber in ihrer Qualität durchaus ähnlich…

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Dönnhoff Riesling Brut, 2008

Dönnhoff Riesling Brut, 2008

Helles strohgelb, optisch ein feinperliges Mousseaux. In der Nase warmes Brioche, herber Honig, dazu eine angenehme Mischung grüner Kräuter und gelber Zitrusfrucht. Im Antrunk ungemein feinporig, diese Perlage weiss wirklich mit Klasse zu gefallen, dann wird der Sekt recht üppig und raumgreifend. Reifer weisser Pfirsich, Zitrone und Kräuter bestimmen das Aromenbild. Wenn es nicht in breiten Lettern auf dem Etikett prangt, ich hätte nicht auf „brut“ getippt – so hinterlässt der Wein nach seiner „fruchtsüßen“ Mitte doch ein überraschendes cremig-schmelziges…

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Koehler-Ruprecht Riesling Kallstadter Saumagen Spätlese trocken, 2010

Koehler-Ruprecht Riesling Kallstadter Saumagen Spätlese trocken, 2010

Die 2010er trockene Spätlese präsentiert sich bereits in ihrer Jugend ungemein animierend mit einer erstaunlich gut eingebundenen Säure. Aber dekantieren sie den Wein 1-2 Stunden vorab, dann zeigt er sich in der Nase bereits herrlich eindringlich mit feinem Zitrusduft, einer tiefen Kräuterwürze und jungen Äpfeln im Hintergrund. Im Mund ist der Wein crisp, von glockenklaren Zitrusaromen durchzogen und einem festen, jedoch bestens integriertem Säurefundament. Eine elegante Süße begleitet den Verlauf, ebenso erneut die Kräuterwürze und erste mineralische Anklänge zeigen sich….

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Podere Orma Orma Toscana IGT rosso, 2006

Podere Orma Orma Toscana IGT rosso, 2006

Wenn man in vorurteilsbeladenen Stereotypen denkt, könnte man die Weinbeschreibung zu diesem Wein ziemlich kurz fassen: ein weiterer Bordeaux-Blend internationaler Machart, überladen fruchtig, austauschbar – und tschüss, nächster Wein… Könnte man – sollte man in diesem Falle aber nicht. Denn dieser Wein belohnt ein wenig mehr Aufmerksamkeit und – das nehme ich hier schon vorweg – er sollte sich zu einem absoluten Genussvernügen im Verlauf des Abends entwickeln. Eine Cuvée aus je 40 Prozent Cabernet Franc und Merlot sowie 20…

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Chateau Lynch-Bages Pauillac, 1985

Chateau Lynch-Bages Pauillac, 1985

Wer kennt nicht die These, es gäbe im Boredeaux eigentlich nur zwei verschiedene Entwicklungsstadien: entweder der Wein sei noch zu jung, oder schon lange über seinen Höhepunkt hinweg. Auch wenn es ein wenig zum Schmunzeln einlädt, kenne ich das Phänomen aus eigener Erfahrung. Der 85er-Lynch Bages belegt überzeugend das Gegenteil und zeigt wie ungemein betörend ein vollkommen ausgereifter Wein aus Pauillac sein kann. Das ist ein so verführerischer Saft, dass ich am liebsten mein bestens gefülltes Glas binnen weniger Minuten…

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Dominus Estate Red Wine Napa Valley, 2002

Dominus Estate Red Wine Napa Valley, 2002

Ausdrucksstarker Duft nach süßlichen schwarzen Johanissbeeren, gut integrierte und recht jugendliche, aber verhaltene Eichenwürze, reife Orangen und Blaubeeren. Die verführerische Süße verrät ihn als Californier, ansonsten könnte man ihn aufgrund seiner Tiefe und Komplexität mit einem ersten Gewächs aus dem Bordeaux verwechseln. Bereits der Antrunk offenbart eine himmlische Süße und Saftigkeit ohne jede Banalität. Noch sehr jung, es dominieren erneut primärfruchtige Aromen nach süßlich dunklen Beeren, mildem Mocca, Marzipan und Lakritz. Das Holz bereits in diesem jugendlichen Stadium bestens eingebunden….

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